Consano-Verein Physician Profiling

 

 

Verein für eine Faire und Soziale Medizin in der Schweiz

  
Die Budgetierung der Jahreskosten eines Medikamenten-Therapieplanes
GENERIC Sel







   TRADE  CH Sel







  
  
  
Sel

cl
     MEDIKAMENT PREIS
(P)
CHF
MENGE
(M)
Nr,g,ml,E
Stückkosten
(P/M)
CHF
Tages-
menge
Multipli-
katoren
Divisoren Tages-
kosten
CHF
Jahres-
kosten
CHF
Index
IKI
%
Die Indexbasis 100% beträgt CHF für Jahr TOTAL %
  
  
Programm-Bedienung:
• 1) Medikament in den alphabetisch geordneten, grünen Listen "Generic od Trade" ganz oben aufsuchen und durch Anklicken selektionieren
• 2) Klicken eines Nummer-Buttons (1-8) rechts neben der Auswahlliste bewirkt Informationsausgabe in einer der gewünschten Zeilen (1-8) .
• 3) Klicken des Nummer-Buttons (1-8) links neben der Ausgabezeile löscht die Ausgabezeile .
• 4) Der Button "reset" löscht alle Ausgabezeilen .
• 5) Die gelben Ausgabezeilen lassen auch direkte manuelle Eingaben zu .
• 6) Die grauen Felder sind optionale Eingabefelder für Multiplikatoren und Divisoren zur Modifikation der Tagesmenge .
• 7) Mit *Stern bezeichnete Trade-Namen sind Generica .
Beispiele für die Belegung der Ausgabezeilen :
Nach Bestimmung der durchschnittlichen Tagesdosis im Feld "Tagesmenge" werden durch Betätigen des calc-Buttons die Tages- und Jahreskosten sowie der Jahreskosten-Index der einzelnen Medikamente berechnet.
• Bsp. 1) Cordarone 1 Tabl täglich
• Bsp. 2) Cordarone 5 Tabl pro Woche
• Bsp. 3) Lantus Insulin 15 Einheiten täglich
• Bsp. 4) Haldol-Tropfen 1 x 5 Tropfen (= 0.5 mg) pro Tag
• Bsp. 5) Jahresbedarf von 4 OP Voltaren-Emulgel zu 50 g, umgerechnet auf einen durchschnittlichen Tagesbedarf mittels des Divisors 365 .
 
Kalkulator zur Berechnung der Verteilung der Kostenrisiken (sind behandlungsbedürftige Patienten) in einem Behandlungskollektiv:



Um im gesamten Behandlungskollektiv den Medikamentenkostenindex von %
( Indexbasis 100% = CHF ) nicht zu überschreiten benötigt man
für Patienten mit einem Medikamenten-Jahresbedarf von je CHF
zum Ausgleich
Patienten mit einem durchschnittlichen Jahresbedarf von CHF .


   Zusammenfassung der Verteilung der Kostenrisiken :
• Behandlungs-Kollektiv n
• Kosten-Durchschnitt CHF
• Cut bei Index %
• Cut bei CHF
• Anzahl Kostenrisiken KR > Cut
• Anzahl Nicht-Kostenrisiken NKR ≤ Cut
• odds KR:NKR
• risk KR /(KR+NKR)
• %-Anteil KR / n
  
  

Dieses Programm ermöglicht die Berechnung der Medikamenten-Jahreskosten von individuellen Therapieplänen. Die Jahreskosten sind "indexiert", d.h. sie werden mit einem frei wählbaren CHF-Betrag (Indexbasis, entspricht 100 %) verglichen und einem "individuellen Kostenindex (IKI %)" versehen. Der IKI % ist somit ganz simpel das 100fache des Quotienten individuelle Jahreskosten / CHF-Indexbasis. Als Indexbasis werden zumeist arithmetische Mittelwerte von Referenzkollektiven verwendet (sogenanntes "Mittelwerts-Messinstrument").

Kostenrisiken sind bedhandlungsbedürftige, schwer erkrankte und zumeist polymorbide Patienten, deren jährliche Medikamentenkosten eine bestimmte Indexgrenze überschreiten. Sie gilt es im einzelnen adäquat zu erfassen und bezüglich Kosten akribisch zu beschreiben, wenn man den Medikamentenkosten-Index eines Behandlungskollektivs zu begründen sucht und nicht einer "versteckten Rationierung" bei der Budgetierung von Gesamtkosten unterliegen will.

Mit dem Kalkulator zur Berechnung der Verteilung von Kostenrisiken in einem Behandlungskollektiv lässt sich berechnen, wie viele Nicht-Kostenrisiken mit durchschnittlichen Jahreskosten unterhalb einer gesetzten Kostengrenze notwendig sind um eine bestimmte Anzahl von Kostenrisiken oberhalb der gesetzten Kostengrenze derart auszugleichen, dass letztendlich der Kostendurchschnitt des gesamten Behandlungskollektivs die "erlaubte" Kostengrenze (Indexgrenze) nicht überschreitet.

Befasst man sich regelmässig mit der Budgetierung der Medikamentenkosten, so erfährt man folgende Learning points :
• Die Medikamententherapie kostet, was sie kostet im heutigen wirtschaftlichen Umfeld. Für sozial verträgliche Preise ist Swissmedic zuständig und nicht der Grundversorger. Die freie Substitutionsberechtigung des Apothekers, die rezeptierten Originalpräparate durch Generika zu ersetzen, mag im Einzelfall eine Kosteneinsparung bringen, stiftet aber bei vielen Patienten wegen der ständig wechselnden Medikamentennamen Verwirrung und strapaziert deren Compliance (Therapietreue) .
• Die Jahresgesamtkosten für die Medikamententherapie eines einzelnen Patienten sind der ideale Parameter zur monetären Beschreibung der Patientenbedürftigkeit, ganz unabhängig von den medizinischen Diagnosen. In einem allgemein internistischen Behandlungsgut schwanken sie innerhalb eines Kostenrahmens von 0 bis 5000.- CHF (AIDS- und Onkologie-Patienten natürlich exklusive). Hohe Medikamentenkosten werden durch die Krankheitsschwere und die Polymorbidität eines Patienten generiert und nicht durch die Krankheitsdiagnose, schon gar nicht durch eine "Unwirtschaftlichkeit der ärztlichen Handlung" ("Überarztung"). Die rationale Pharmakotherapie setzt der Polypharmazie enge Grenzen durch Medikamenten-Nebenwirkungen und -Interaktionen und stellt hohe Anforderungen an das ärztliche Können und die Compliance des Patienten.
• In der Medikamenten-Therapie misst sich die Wirtschaftlichkeit der ärztlichen Handlung nicht an den Kosten der Kostenrisiken sondern am Kostenrisiko (behandlungsbedürftiger Patient) selbst. Der Index Medikamentenkosten pro Patient beschreibt die Patientenbedürftigkeit und nicht die Wirtschaftlichkeit des Arztes. Aerzte mit hohem Medikamentenkosten-Index sind Aerzte, die in ihrem Behandlungskollektiv relativ viele Kostenrisiken (Patienten mit hohem Behandlungsbedarf) betreuen (physician profile) und nicht "unwirtschaftliche schwarze Schafe", die Krankenversicherer schädigen und deshalb dem Krankenversicherer per Gerichtsbeschluss "veranlasste Medikamentenkosten" zurückzuerstatten haben, a priori nur weil sie denn eine gewisse Indexgrenze überschritten haben.
• Das einseitig auf die Kosten des Quotienten Kosten/Patient bzw. Kosten/Behandlungskollektiv fixierte Denken des Gesundheitsökonomen führt bei missbräuchlicher Verwendung des als Instrument zur Wirtschaftlichkeits-Beurteilung verkannten Mittelwerts-Messinstrumentes direkt in die "versteckte Rationierung", da dieses eben gerade nicht die Wirtschaftlichkeit des Arztes sondern die Patientenbedürftigkeit misst. Ein solches Denken und von verschiedenen Seiten leider auch praktiziertes Handeln ist in der Pharmakotherapie mit der ärztlichen Ethik nicht vereinbar. Dem Autor bleibt es schleierhaft, wie das unglückselige KVG 1996 den Arzt auf "Wirtschaftlichkeit" verpflichten konnte ohne gleichzeitig die Wirtschaftlichkeits-Kontrollinstrumente und deren Handhabung durch die Kontrollinstanzen klar zu definieren.
• Aus der Sicht eines Pharmakotherapeuten ist die "Überarztung" praktisch inexistent. Dieser Begriff wurde in den achtziger Jahren von inkompetenten Schreiberlingen einer infamen CH-Öffentlichkeit, die vermutlich mit dem gesundheitsökonomischen Begriff des "Grenznutzens" nicht zurechtkamen, geprägt und hat Einfluss genommen auf die kvgesetzliche Formulierung der sogenannten WZW-Regel "Wirksamkeit-Zweckmässigkeit-Wirtschaftlichkeit". Warum aber gesetzlich Dinge regeln, die nicht existieren?
Der Begriff "Überarztung", das Unwort der 80iger Jahre, ist eine absolut inakzeptable Diffamierung des ärztlichen Einsatzwillens und gehört aus dem Vokabular eines seriösen Journalisten ab sofort gestrichen !!!


Autor:
Dr. med. Franz Ackermann , FMH Innere Medizin
Ziegelfeldstr. 30 , CH-4600 OLTEN
TN +4162 212 15 77



Medikamentenkosten.html (JavaScript integriert) , Version 1.0 , 21st Jan 2007
last revision 12th May 2007
Special Edition kardiolab / consano
Dr. med. M. Romanens , Spezialarzt FMH für Kardiologie
.F.A.